Hof-Gutenfürst: Jahresfahrplan 1992/1993

Mit nunmehr fünf Zügen ab Nürnberg und sieben aus Richtung München (einer davon weiterhin erst ab Regensburg) wurde das Angebot im Tagesverkehr gegenüber dem Vorjahr weiter leicht ausgebaut. Dies galt auch für die beiden sächsischen Streckenäste: Nach Leipzig fuhren nun fünf Züge, Richtung Dresden sieben (davon weiterhin zwei weiter bis Görlitz). Damit wurde bis auf eine Taktlücke am Nachmittag auch in Richtung Leipzig ein Zwei-Stunden-Takt geboten.

Insgesamt fünfmal täglich ergab sich ein «Zugbündel» zwischen Marktredwitz und Reichenbach (Vogtland), wobei – je nach Konstellation der jeweiligen Zugläufe – in Hof oder Reichenbach gegenseitige Anschlüsse bestanden. Freitags gab es zudem mit D 1667 noch einen Verstärkungszug in der Relation München-Dresden, der aufgrund einer recht undynamischen Trassierung zwischen München und Regensburg (u.a. hielt er 10 Minuten in Freising) allerdings erst ab Regensburg so recht als Vorzug zum Oberstdorfer D 2667 fungieren konnte.

Auch mit dem Taktfahrplan ging es voran: Richtung Leipzig wurde (von der Lücke abgesehen) ein sauberer Takt gefahren, desgleichen auf beiden DB-Zulaufstrecken. Nur Richtung Dresden gab es zwei alternative Fahrordnungen, je nachdem, ob die Züge von München oder Nürnberg kamen. Hier ergab sich lediglich für Zwickau ein einigermassen sauberer Takt, der «Versatz» der Münchner Züge jenseits von Zwickau war darin begründet, dass bei denen der Lokwechsel nicht mehr in Reichenbach, sondern erst in Zwickau stattfand.

Gegenüber dem Vorjahr reduziert hatte sich die Führung von Zügen bis Berlin – hier zeigte die neue IC-Linie 8 mit deutlich mehr Tagesverbindungen München-Nürnberg-Berlin über Probstzella Wirkung. Erhalten blieb nur der «touristische» D 2602/ 2603 von/ nach Oberstdorf. Zudem schritt die Umstellung auf InterRegio voran: Zwei Zugspaare, die als Tageswender aus DB-Bahnhöfen kamen, wo bereits IR-Kompositionen vorhanden bzw. diese Leistungen in bestehende Umläufe integrierbar waren, starteten bereits als IR in den neuen Jahresfahrplan. Dies betraf ein Zugspaar Nürnberg-Dresden, das morgens in Nürnberg startete, sowie ein Zugspaar Karlsruhe-Hof-Leipzig, das in dieser Form komplett neu war.

Die restlichen Züge fuhren vorerst als Schnellzüge weiter, waren aber im Laufe des Jahresfahrplans zur Umstellung vorgesehen, wobei die Bistrowagen durch die DB zu stellen waren, die 2.Klasse in der Regel mit DR-Bimz, deren Umbau aus Halberstädter UIC-Z2-Wagen mittlerweile angelaufen war und die 1.Klasse meist mit Bautzner UIC-Z2-Wagen des Typs Amz210, gelegentlich auch mit Aim der DB bestückt wurde. Grösster Exot im Fahrzeugeinsatz war das Schnellzugspaar D 2600/ 2601, das aus Wagen der CSD gebildet war und in Nürnberg mit dem D 258/ 259 Liberec-Nürnberg verknüpft war, der – was seinerzeit noch nicht unbedingt üblich war – blockgebildet verkehrte und damit zumindest im Bezug auf seine Zugbildung gut in den IR-(Vorlauf-)betrieb integrierbar war.

Übrigens wäre trotz der allgemein erfreulichen Entwicklung des Bahnverkehrs in Tschechien heute wohl der Einsatz einer internationalen Schnellzugskomposition mit Speisewagen zwischen Liberec und Decin über Ceska Lipa undenkbar. Leider gilt das auch für die internationale Strecke zwischen Cheb und Nürnberg – darüber wird aber im nächsten Kapitel noch zu berichten sein.

Bei den Zugnummern gab es trotz der bereits zum Jahresfahrplan vollzogenen Integration zumindest der Münchner Züge ins nationale Zugnummernschema nochmals eine Änderung: Die bis anhin noch in der Nummernreihe 146x (Dresden) bzw. 140x (Leipzig) einsortierten Züge aus Richtung Nürnberg firmierten neu unter den Nummern 266x bzw. 260x. Dies galt auch für Züge aus Richtung München in Richtung Leipzig (Berlin), die ebenfalls 260x-Nummern erhielten – nur in der Relation München-Dresden blieb es bei 206x.

Bei den Nachtschnellzügen lagen die wesentlichen Veränderungen bei den Zugnummern: Das Warschauer Nachtzugspaar verkehrte nun wieder unter den für die Fahrtstrecke via Hof-Dresden passenderen Zugsnummern 465/ 464, aber weiterhin nur dreimal (Sommer) und zweimal (Winter) pro Woche und behielt auch den Umweg über Nürnberg bei. Die drei innerdeutschen Nachtzüge fanden sich nun – dem neuen Zugnummernschema entsprechend – in der Nummernreihe 19xx integriert, wobei der vormalige D 1300/ 1301 zum D 1908/ 1909 mutierte – und damit ein Stück weit die Erinnerung an den alten Interzonenzug D 408/ 409 wachhielt, auch wenn er sich weiterhin im Norden nicht über Berlin hinausbewegte.

D 1906/ 1907 Stuttgart-Leipzig zeigte insoweit einen Komfortabbau, als er keine Schlafwagen mehr führte (was zuvor im Zugstamm noch der Fall gewesen war). Hinzu kamen in der Nacht Samstag/ Sonntag noch weitere Nachtschnellzüge, da die Strecke via Probstzella in dieser Nacht baubedingt regelmässig gesperrt war. Somit gab es dann – zumindest in dieser Nacht – auch wieder Zugsverkehr von Hof auf die Berliner Stadtbahn (die betroffenen Züge sind im Kapitel «Ludwigsstadt-Probstzella» erwähnt worden).