Das Zusatzangebot[1] nach dem Mauerfall blieb im Frankenwald vergleichsweise überschaubar. Im grenznahen Bereich gesellte sich zum „Bestands-Eilzug“ des „kleinen Grenzverkehrs“ ein weiteres Eilzugspaar E 2006/ 2003 Lichtenfels-Rudolstadt, dass – den Zugnummern nach zu urteilen – am Morgen in Nord-Süd-Richtung und am Abend umgekehrt gefahren sein dürfte, was ja auch den gängigen Hauptreiseströmen jener Zeit entsprach.
Im Fernverkehr kam nur ein Zugspaar hinzu, D 1100/ 1101 München-Berlin (vermutlich Lichtenberg), der über Nacht verkehrte. Der Zug erlangte relativ schnell eine gewisse Bekanntheit, da er mit Wagen aus dem Städte-Express gefahren wurde[2]. Zumindest bestand mit dem Zug nun „eine Verbindung nach Jena, Naumburg und Halle, die auch über Hof-Gutenfürst nicht erreichbar waren – die Transitzüge hielten ja erst nach Umsetzung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit dem „kleinen deutsch-deutschen Fahrplanwechsel“ nach dem 15.Juli 1990 auch an Zwischenstationen in der DDR.
Sicher war die Frankenwaldbahn im Vergleich zu anderen deutsch-deutschen Bahnverbindungen eher „siedlungsfern“ gelegen bzw. lag Lichtenfels als erster grösserer Ort mehr als eine Dreiviertelstunde Fahrtzeit von der Grenze entfernt. Trotzdem ist es schon auffällig, dass es hier zunächst relativ wenige Verbindungen gab. Möglicherweise bestanden – wie auch auf anderen Strecken – noch zusätzliche Züge zu den in der zitierten Quelle genannten. Andererseits ist es aber auch denkbar, dass – ähnlich wie im Falle von (Hamburg-) Büchen-Ludwigslust – die vorhandene Infrastruktur die Zahl möglicher Zusatzzüge beschränkte.
[1] Zumindest gemäss Vetter, S. 68
[2] Vgl. Vetter, S. 81
